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18.03.2018

Anlässlich der Leipziger Buchmesse: zur israelischen Literatur

Die besten Seiten

15.03.2018

Was derzeit in Israel gelesen und geschrieben wird – und welche israelischen Bücher auf den deutschen Markt kommen

Von Anat Feinberg

Jahrelang führte Deutschland die Rangliste an: In keinem anderen europäischen Land erschienen mehr Übersetzungen hebräischer Literatur. Noch immer kommen jedes Jahr mehrere israelische Romane auf den deutsprachigen Buchmarkt, doch angeführt wird die Liste inzwischen von – nein, keineswegs England – sondern Italien. Dort engagieren sich neben den bekannten großen Verlagen auch kleinere, von jüdischen Verlegern geführte Häuser für die israelische Literatur.

Solche verdienstvollen Kleinverlage gab es – übrigens nicht nur unter jüdischer Leitung – einst auch hierzulande. Mit Wehmut mag man hier etwa an Alibaba oder an den Bleicher-Verlag denken, die zahlreiche hebräische Prosawerke der deutschen Leserschaft zugänglich machten und dabei bewusst nicht auf die »großen« Namen setzten.

Schaut man sich als deutscher Leser das Regal mit deutschen Übersetzungen hebräischer Literatur aus jüngerer Zeit an, fällt auf, dass viele der Autoren auch als moderate, linksorientierte Kommentatoren des politischen Geschehens bekannt sind: allen voran Amos Oz und David Grossman, aber auch die jüngeren Autoren Eshkol Nevo, Ayelet Gundar-Goshen oder Assaf Gavron, um nur einige zu nennen.

Gibt es denn gar keine israelischen Autoren, die zum rechten Flügel der Gesellschaft zählen? Doch, nur sind sie im Ausland so gut wie unbekannt. Zu ihnen gehören nationalreligiöse Autoren wie die 40-jährige Yifat Erlich, deren Roman Bekannt und doch fremd die Geschichte einer Siedlerfamilie mit dem Schicksal der Karäer während der Schoa verknüpft.

Zumindest eine Übersetzung ins Englische gelang dagegen Emuna Elon. In Israel ist sie eine bekannte Größe: Neben Kinderbüchern stammen immerhin vier Romane aus ihrer Feder – darunter Große Freude im Himmel, die Liebesgeschichte von Shlomzion und dem Jeschiwe-Bocher Yair, die wochenlang ganz oben auf der Bestsellerliste stand.

Gedichte: Ein Blick auf die Lyrik lässt zwei neuere Strömungen erkennen. Junge Stimmen machen sich bemerkbar, die in freien, manchmal aber auch gereimten Versen den festen Glauben an Gott zum Ausdruck bringen, oft gepaart mit einer unverhohlen nationalen Einstellung. Anders gestrickt sind die Mitglieder der Gruppe »Ars Poetica«.

Der auf den ersten Blick unverdächtige Name erweist sich als subversives Wortspiel: Keineswegs geht es hier nur um den lateinischen Begriff für die Kunst, sondern auch um das aus dem Arabischen in den hebräischen Slang gelangte Wort »Ars« – eine herabwürdigende Bezeichnung für israelische Misrachim (orientalische Juden). Der Ton der Gedichte ist oft provokant, rau und ätzend. Da die Zahl der Literaturbeilagen in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen ist, veröffentlichen viele israelische Dichter ihre Verse im Internet. Finden sie doch einmal einen kleinen Verlag, der bereit ist, einen dünnen Gedichtband herauszubringen, werden sie ordentlich zur Kasse gebeten.

Die prekäre Lage solcher aufstrebender Autoren mag paradox erscheinen. Denn oft heißt es, die Israelis seien eifrige Leser. In der Tat, die Buchhandlungen sind gut besucht. Schaut man sich jedoch das Angebot an, vor allem aber die Liste der meistverkauften Bücher, überwiegt die Zahl der Übersetzungen fremdsprachiger Romane. Unübersehbar hat in den vergangenen zwei, drei Jahren das Interesse an der einheimischen Belletristik abgenommen.

Übersetzer: Der »common reader«, wie ihn Virginia Woolf einst nannte, interessiert sich vielmehr für Bücher skandinavischer oder japanischer Autoren. Auffallend ist zudem die stetig zunehmende Zahl deutschsprachiger Romane. Die Zahl der Übersetzer aus dem Deutschen in die Landessprache nimmt zu, nicht zuletzt dank jener Israelis, die in Deutschland studiert und gelebt haben – oder es immer noch tun.

Unter ihnen finden sich ebenfalls einige Schriftsteller. Ganz neu ist dieses Phänomen zugegebenermaßen nicht. Bereits in den 1920er-Jahren hatte Berlin eine Renaissance der hebräischen Kultur erlebt. Damals verfassten führende Schriftsteller – Frischmann, Agnon, Tschernichowski, um nur die bekanntesten zu nennen – ihre Werke auf Hebräisch. Der Nationaldichter Bialik bemühte sich, wie andere auch, um den Aufbau eines hebräischen Verlagswesens. Wohlgemerkt: Der jüdische Staat war damals noch ein Traum. Heute pendeln die hebräischen Autoren zwischen der deutschen Hauptstadt und Tel Aviv.

In seinem vor Kurzem erschienenen Gedichtband Hebräisch außerhalb seiner süßen Glieder (2017) schreibt Mati Shemoelof, der aus einer misrachischen Familie stammt, über jenen Zustand, den man als permanentes Dazwischen bezeichnen könnte. So beispielsweise in dem leidenschaftlichen Gedicht »Berlin«: Es geht um den Dichter, einen ewigen Wanderer, einen (E-)Migranten »zwischen Sehnsüchten, zwischen Ländern und Identitäten, zwischen Familien und Häusern, zwischen Büchern und Sprachen«.

Dieser Zustand des Dazwischenseins schlägt sich auch in der Sprache nieder. 2016 erregte Broken German des ehemaligen Kibbuzmitglieds Tomer Gardi großes Aufsehen – der Titel englisch, das Erzählte in fehlerhaftem Deutsch, unter totaler Missachtung der Grammatikregeln. Shemoelof dagegen streut gerne deutsche Worte in hebräischer Transkription ein.

»Ich schreibe Hebräisch / ich kotew Iwrit« – so beginnt sein Gedicht mit dem Titel – in hebräischer Schrift! – »Ich bin Juden (sic!) Dichter«. Man erkennt: Heimat lässt sich nicht mehr geografisch verorten. Ist also die Muttersprache der einzige sichere Hafen? Angesichts der zunehmenden Zahl israelischer Schriftsteller, die im Ausland leben, ihre Werke jedoch weiterhin auf Hebräisch verfassen, ist inzwischen von einem neuen, diasporischen Hebräisch die Rede.

Ob sich dieses linguistische Phänomen vom israelischen Hebräisch unterscheidet und welchen Einfluss es auf die hebräische Literatur hat – über diese Frage werden wohl schon bald die ersten wissenschaftlichen Abhandlungen erscheinen.

Anat Feinberg ist Professorin für hebräische und jüdische Literatur an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

http://www.juedische-allgemeine.de

 

20.02.2018

Premierminister Netanyahus Rede in München

Die Rede des Premierministers bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Wortlaut

 
„Dies ist eine wunderschöne Stadt. Sie ist voll von beeindruckenden Bauwerken, reich ausgestatteten Museen und schöner Architektur. Und dank dieser Konferenz, Herr Vorsitzender, ist München in den vergangenen vier Jahrzehnten ein Synonym für Sicherheit geworden. Das ist wichtig, denn, wie ich schon gestern Abend gesagt habe, ist ohne Sicherheit nichts wirklich möglich, nicht die Freiheit, nicht der Wohlstand und nicht der Frieden, den wir schätzen und nach dem wir uns sehnen.
Doch für das jüdische Volk fanden in dieser Stadt zwei berüchtigte Ereignisse statt. Im Jahr 1972 wurden elf unserer Olympioniken am Münchner Flughafen grausam ermordet. In vielerlei Hinsicht läutete dieser Akt der Barbarei den Aufstieg des internationalen Terrorismus ein. Seitdem kämpfen wir alle dagegen.
Und vor achtzig Jahren fand hier eine weitere Veranstaltung mit weitreichenden Konsequenzen statt. Hier wurde ein katastrophales Abkommen unterzeichnet, das die Weichen für den grausamsten Krieg der Geschichte stellte. Zwei Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg, zwei Jahrzehnte nach einem Krieg, der sechzig Millionen Menschenleben gefordert hatte, entschieden die Staatsoberhäupter, die sich in München trafen, Hitlers Regime zu beschwichtigen, anstatt es zu konfrontieren. Diese Politiker waren edle Männer. Sie dachten, in Erfüllung ihrer höchsten Verantwortung zu handeln, nämlich den Frieden zu bewahren. Der Preis ihrer Handlungen sollte sich aber bald zeigen.
Die Zugeständnisse an Hitler ermutigten das Naziregime nur und erleichterten ihm die Eroberung Europas. Anstatt einen Weg einzuschlagen, der den Krieg hätte verhindern können oder ihn zumindest in seinem Umfang und seiner Größe eingeschränkt hätte, machten diese wohlmeinenden Staats- und Regierungschefs einen größeren und kostspieligeren Krieg unvermeidlich. Eine Weile nach Kriegsende fragte Roosevelt Churchill, wie er diesen Krieg nennen würde. Dieser antwortete sofort und ohne zu zögern: den Unnötigen Krieg. Er sagte, es habe nie einen Krieg gegeben, der leichter aufzuhalten gewesen wäre.
In Folge des Münchner Abkommens sollten während des Zweiten Weltkriegs sechzig Millionen Menschen sterben, darunter ein Drittel meines Volkes; sechs Millionen Juden, die von den Nazis und ihren Kollaborateuren im Holocaust ermordet wurden. Wir werden niemals vergessen und wir werden niemals zulassen, dass die historisch Wahrheit umgeschrieben wird.
Wir werden nicht vergessen.
Wir werden nicht vergeben.
Wir werden immer für die Wahrheit kämpfen. Dies ist das Vermächtnis derer, die ermordet wurden.
Heute treffen wir uns hier zweieinhalb Jahre nachdem in einer anderen Stadt im Herzen Europas ein anderes Abkommen unterzeichnet wurde. Auch dort haben edle Männer und Frauen, wohlmeinende Staats- und Regierungschefs, die hoffen, einen Krieg zu vermeiden, ein Abkommen mit einem Regime unterzeichnet, das sein eigenes Volk brutal unterdrückt und seine Nachbarn terrorisiert.
Lassen Sie es mich deutlich sagen, Iran ist nicht Nazi-Deutschland. Es gibt viele Unterschiede zwischen beiden. Das eine Regime glaubte an eine Herrenrasse, das andere Regime glaubt an eine Herrenreligion. Juden in Iran werden nicht in Gaskammern geschickt, auch wenn religiösen und ethnischen Minderheiten dort grundlegende Freiheiten verweigert werden. Es gibt zudem viele weitere offensichtliche Unterschiede. Aber es gibt auch einige auffallende Ähnlichkeiten. Iran erklärt offen seine Absicht, Israel mit seinen sechs Millionen Juden vernichten zu wollen. Er macht daraus absolut keinen Hehl. Iran will unsere Region, den Nahen Osten, dominieren und versucht, die Welt durch Aggression und Terror zu beherrschen. Iran entwickelt ballistische Raketen, die bis tief nach Europa und in die Vereinigten Staaten hinein gelangen können.
Henry Kissinger sagte einmal, Iran müsse sich entscheiden, ob er ein Land oder ein Fall sein wolle. Das Regime in Iran hat sich entschieden, ein Fall zu sein. Der Kommandeur der Revolutionsgarde, Ali Jafari, sagte, sie seien weltweit auf dem Weg zur Herrschaft des Islam. Weltweit bedeutet: auch hier. Dies ist meines Erachtens die größte Bedrohung für unsere Welt; nicht nur für Israel, nicht nur für unsere arabischen Nachbarn, nicht nur für Muslime weit und breit, sondern auch für Sie. Denn ist die iranische Aggression erst mit Atomwaffen bewaffnet, wird sie unkontrollierbar sein und die ganze Welt umfassen. Schauen Sie sich an, was Iran jetzt schon tut, bevor das Regime Atomwaffen hat. Stellen Sie sich einmal vor, was sie später tun werden, wenn sie, Gott behüte, einst Atomwaffen haben.
Genau wie vor achtzig Jahren hat ein Abkommen, das als Appeasement gedacht war, das Regime nur noch in seinen Absichten ermutigt und den Krieg näher gebracht. Mit dem Atomabkommen mit Iran hat der Countdown für ein iranisches Atomwaffenarsenal in etwas mehr als zehn Jahren begonnen. Die Aufhebung der Sanktionen, die im Rahmen des Abkommens vorgenommen wurden, hat Iran nicht gemäßigt. Es hat sie [das Regime] weder nach innen, noch nach außen gemäßigter gemacht. Stattdessen wurde ein gefährlicher iranischer Tiger in unserer Region und darüber hinaus entfesselt.
Durch ihre Stellvertreter, durch schiitische Milizen im Irak, durch Huthis im Jemen, durch die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen, verleibt Iran sich große Teile des Nahen Ostens ein. Es gibt allerdings eine positive Konsequenz der wachsenden Aggression Irans in der Region. Sie hat Araber und Israelis einander näher gebracht als je zuvor. Paradoxerweise könnte dies den Weg für einen umfassenden Frieden ebnen und letztendlich auch für einen palästinensisch-israelischen Frieden. Dies könnte geschehen.
Es wird aber nicht passieren, wenn die iranische Aggression weiter wächst, und die kriegerischen Absichten Irans sind nirgends deutlicher sichtbar als in Syrien. Dort hofft Iran, ein umspannendes Reich zu schaffen, das Teheran mit Tartus und das Kaspische mit dem Mittelmeer verbindet. Ich warne schon seit einiger Zeit vor dieser Entwicklung. Ich habe in Worten und Taten klargestellt, dass Israel rote Linien hat und bereit ist, sie durchzusetzen. Israel wird weiterhin verhindern, dass Iran eine ständige Militärpräsenz in Syrien aufbauen kann. Israel wird weiterhin Iran daran hindern, eine weitere Terrorbasis zu errichten, von der aus er Israel bedroht.
Iran versucht jedoch weiterhin, diese roten Linien zu überschreiten. Letzte Woche erreichte die Unverschämtheit buchstäblich neue Höhen. Er schickte eine Drohne auf israelisches Territorium und verletzte so Israels Souveränität und bedrohte unsere Sicherheit. Wir haben diese Drohne und das Kontrollzentrum zerstört, das sie von Syrien aus steuerte. Als unsere Flugzeuge beschossen wurden, zerstörte Israel die syrischen Flugabwehrbatterien. Israel wird dem iranischen Regime nicht erlauben, eine Schlinge des Terrors um unseren Hals zu legen. Wir werden ohne Zögern handeln, um uns zu verteidigen. Und wir werden, wenn es nötig ist, nicht nur gegen Irans Stellvertreter handeln, wenn sie uns angreifen, sondern auch gegen Iran selbst.
Sie werden später auch eine Rede von Herrn Sarif hören. Er ist das redegewandte Sprachrohr des iranischen Regimes. Ich muss Herrn Sarif für eine Sache Anerkennung zollen. Er lügt sehr eloquent. Im vergangenen Jahr sagte Sarif auf dieser Konferenz, ich zitiere: „Extremismus wird von Hoffnungslosigkeit und Mangel an Respekt vorangetrieben.“
Nun, wenn das wahr ist, warum verweigert dann das iranische Regime seinen eigenen Menschen Hoffnung und Respekt, indem es Journalisten und Aktivisten inhaftiert? Sarif sagte, es sei falsch, den Iran als radikal zu bezeichnen. Wenn das stimmt, wie nennt man ein Regime, das Schwule auf öffentlichen Plätzen an Kränen aufhängt? Sarif sagte, dass es für die Konflikte in Syrien und im Jemen keine militärische Lösung gäbe. Wenn das wahr ist, warum schickt Iran dann Kämpfer und Waffen, um genau an diesen Orten die Gewalt anzuheizen? Ohne Zweifel wird Herr Sarif ohne Scham Irans verachtenswertes Engagement in Syrien bestreiten. 
Iran bestreitet schließlich auch, dass er letzte Woche einen Akt der Aggression gegen Israel begangen hat, dass er eine Drohne in unseren Luftraum geschickt hat, um unser Volk zu bedrohen. Nun, hier ist ein Stück dieser iranischen Drohne, oder besser, was davon übrig geblieben ist, nachdem wir sie abgeschossen haben. Ich habe es hierher gebracht, damit Sie es selber sehen können. Herr Sarif, erkennen Sie das? Sie sollten es. Es gehört Ihnen. Sie können heute eine Botschaft an die Tyrannen von Teheran mitnehmen: Testen Sie nicht Israels Entschlossenheit!
Und ich habe auch eine Botschaft für alle, die heute hier versammelt sind: Ich möchte, dass Sie das iranische Volk unterstützen. Ich möchte, dass Sie jene Menschen in der Region unterstützen, die Frieden wollen, indem Sie sich gegen das iranische Regime stellen, das den Frieden bedroht.
Ich habe mit Videobotschaften zu den Menschen in Iran gesprochen. Die Reaktionen sind erstaunlich. Ich habe das schon vor den jüngsten Demonstrationen gesehen. Ich habe unsere Geheimdienstleute gebeten, mir zu erklären, wie es sein kann, dass wir aus Iran offene Zustimmung von Menschen bekommen, die das unterstützen, was ich sage, obwohl sie damit ihr Leben und ihre Familien in Gefahr bringen. Ich habe gesagt, da passiert gerade etwas. Diese Menschen wollen Freiheit. Sie wollen ein anderes Leben. Sie wollen wirtschaftlichen Wohlstand. Sie wollen Frieden. Sie wollen diese weit verbreitete iranische Aggression nicht. Ich habe auch erklärt, dass wir nicht in Streit mit dem iranischen Volk liegen, sondern nur mit dem Regime, das sie quält. Ich nutze daher die Gelegenheit hier, um den Familien der sechsundsechzig iranischen Zivilisten, die heute bei dem Flugzeugunfall ihr Leben verloren haben, unser Beileid auszusprechen. Wir liegen nicht in Streit mit dem iranischen Volk, aber wir sind absolut entschlossen, die Aggression des iranischen Regimes aufzuhalten und zurückzudrängen.
Lassen Sie uns heute, meine Damen und Herren, hier in München das Versprechen abgeben, dass wir die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Appeasement funktioniert nie. Es ist bald zu spät, den Krieg zu verhindern, doch noch ist es möglich. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Regime eines Tages stürzen wird. Wenn es soweit ist, wird der große Frieden zwischen dem alten jüdischen Volk und dem alten persischen Volk wieder aufblühen. Wenn das geschieht, werden die Menschen in Iran frei atmen können und die Menschen in der Region werden erleichtert aufatmen. Heute aber müssen wir klar sprechen und mutig handeln. Wir können dieses gefährliche Regime aufhalten. Wir können seine Aggression zurückdrängen und dadurch eine friedlichere, wohlhabendere und sicherere Welt für unsere Region und für unsere Zukunft schaffen.“
 
(Amt des Premierministers, 18.02.18)

http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Netanyahu-bei-der-Mnchner-Sicherheitskonferenz-2018.aspx

 

25.01.2018

Gefahr vor der Haustür

Iranische Agenten sollen jüdische Einrichtungen in Deutschland als Anschlagsziele ausspioniert haben

25.01.2018 – von Bruno Schirra

Der Vater der Islamischen Revolution im Iran, Großayatollah Ruhollah Chomeini, hat zeit seines Lebens eines immer kategorisch festgestellt: »Der Islam ist Politik!« Der 1989 in Teheran gestorbene Revolutionsführer hat zudem nie einen Hehl daraus gemacht, wie diese Politik gegen die Gegner der Islamischen Revolution durchzusetzen ist: mit heiligem Töten.
In der vergangenen Woche berichtete das Nachrichtenmagazin »Focus«, dass vor allem jüdische und israelische Einrichtungen in Deutschland im Visier des iranischen Geheimdienstes Vevak stünden: Zehn iranische Agenten hätten sich um das American Jewish Committee (AJC), das in Deutschland seinen Sitz in Berlin hat, gekümmert. Auch die Räume und Plätze des TuS Makkabi sowie das Chabad-Zentrum am Berliner Alexanderplatz und dessen Rabbiner seien observiert und ausgeforscht worden.

Ein deutscher Geheimdienstmitarbeiter bestätigt im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen indirekt die Berichte. »Der iranische Geheimdienst Vevak und die Al-Quds-Brigade sind in Deutschland mehr als nur sehr gut aufgestellt. Wenn sie wollen, und der Befehl aus Teheran gegeben würde, dann können sie jederzeit terroristisch in Deutschland zuschlagen.«

Das gelte »unbeschadet der Tatsache, ob gerade ein Hardliner oder ein im Westen als moderat geltender Politiker Staatspräsident« sei. »Der Iran«, so der Nachrichtendienstmitarbeiter weiter, »hat in der Vergangenheit immer wieder sehr blutig demonstriert, dass er Terror als Mittel der Politik in Europa immer dann einsetzt, wenn es ihm opportun erscheint«.
Europäische Geheimdienste nehmen Drohungen aus dem Iran mehr als nur sehr ernst. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ermittelte in dem nun bekannt gewordenen Fall monatelang in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und der Bundesanwaltschaft gegen ein Netzwerk des iranischen Geheimdienstes und der Al-Quds-Brigade in Deutschland. 

Gestützt auf Erkenntnisse eines ausländischen Geheimdienstes observiert der Verfassungsschutz die Bewegungen und Aktivitäten mehrerer iranischer Agenten. Am Dienstag vergangener Woche durchsuchten 150 Polizisten Wohnungen und Geschäftsräume in Düsseldorf, Berlin, Weilheim, Darmstadt und Bochum. Teherans Terrorspione waren zielgerichtet unterwegs.
»Es besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten im Auftrag einer dem Iran zuzurechnenden geheimdienstlichen Einheit Institutionen und Personen ausgespäht haben«, verlautbarten die Behörden in unüblicher Klarheit.
Was das Motiv des Iran angeht, zitiert der »Focus« einen deutschen Staatsschützer: »Für den Fall eines militärischen Konflikts am Golf, mit Beteiligung der USA und Israels, hätte man in Deutschland und Europa gut aufgeklärte Ziele für Vergeltungsschläge. Dazu gehören gezielte Morde und Anschläge.«

Solche terroristische Aktivitäten reihen sich bruchlos in die Staatsideologie der Islamischen Republik ein. Schon für Ayatollah Chomeini rangierte als »Verderber der Menschheit« ein Volk ganz weit oben: die Juden. Die gelten auch 39 Jahre nach der Islamischen Revolution ausnahmslos allen Machteliten des Iran als Feinde, die weltweit mit allen Mitteln zu bekämpfen sind.
Seit nunmehr fast vier Jahrzehnten wird die globale Terrorstrategie der frommen Herr­scher in Teheran von den Al-Quds-Bri­gaden weltweit umgesetzt. Diese Prätorianergarde des derzeitigen Obersten Religionsführers Ali Khamenei ist es auch, die vermutlich in Deutschland tätig war. Es ist eine Elite­truppe, bestens geschult und hoch motiviert im Qital, dem heiligen Töten für Allah. Sie ist aktiv in Südamerika, Südostasien, im Nahen und Mittleren Osten, auf dem Balkan, in Frankreich, Skandinavien, Österreich, der Schweiz und Deutschland.
Die Al-Quds-Brigaden sind der äußerst effiziente terroristische Auslandsarm der Revolutionsgarden des Iran. Sie beherrschen allumfassend vier Fünftel des militärisch-industriellen Komplexes der Is­lamischen Republik und garantieren seit Beginn der 80er-Jahre den Bestand der iranischen Diktatur. Nach innen wie nach außen.
Die Garde und ihre Al-Quds-Brigade treibt die Treue zum Obersten Führer der Islamischen Republik an. An ihrem terroristischen Antisemitismus besteht kein Zweifel. Das »zio­nistische Regime« muss »aus­gerottet«, Israel »vernichtet« werden, so definierte im November 2017 der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Generalmajor Mohammad Ali Jafari, die Staatsräson der Islamischen Republik. Und anlässlich einer Gedenkveranstaltung für »Märtyrer« versicherte ein General der Revolutionsgarden 2016 der Welt, dass die iranischen Revolutionsgarden »bald auch in Amerika und Europa Gestalt annehmen« werden.
Vor diesem Hintergrund sind die iranischen Aktivitäten in Deutschland zu verstehen. Ein deutscher Verfassungsschützer spricht gegenüber dieser Zeitung von einem »Befehl aus Teheran, in Deutschland auf Juden und israelische Einrichtungen Anschläge zu verüben«. Der Geheimdienstmitarbeiter lässt eine Spitze wider den geschäftsführenden Vizekanzler Deutschlands los: »Alte Freunde fühlen sich hierzulande nun einmal ausgesprochen wohl.« Sigmar Gabriel hatte sich 2015 als Wirtschaftsminister bei seinem Besuch im Ölministerium von Teheran zwischen eine deutsche und eine iranische Fahne drapiert und dort über zwei »alte Freunde« gesprochen, die sich nach langer Funkstille endlich wiedertreffen. 

Die jüngsten Enthüllungen sollen aber nach Informationen des »Spiegel« dazu geführt haben, dass Deutschland in Brüssel für neue EU-Sanktionen gegen den Iran wirbt. Bestätigt wurde ein solcher Kurswechsel vom Auswärtigen Amt jedoch nicht. Das AJC, dessen Räume observiert wurden, fordert die Ausweisung des iranischen Botschafters. Und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte: »Diese Vorfälle dürfen nicht ungeahndet bleiben. So kann Iran kein Partner für unsere Regierung sein.«
Dass Sigmar Gabriels »alte Freunde« agieren, wie sie agieren, dürfte indes niemanden überraschen. Schon in seinem Buch Der Islamische Staat aus dem Jahr 1970 beschreibt Ayatollah Chomeini, wie eine Islamische Republik Iran gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner im Inneren wie im Äußeren vorzugehen hat. »Wer über die Muslime und die menschliche Gesellschaft herrscht, muss stets die allgemeinen Aspekte und Interessen im Auge haben; persönliche Erwägungen und Neigungen dürfen keine Rolle spielen. Aus diesem Grund hat der Islam den Interessen der Gesellschaft viele Menschen geopfert; viele Menschen wurden im Interesse der Menschheit beseitigt. Der Islam hat viele Stämme ausgerottet, da sie Verderbensstifter und schädlich für die Gesellschaft waren.« Wer die »Verderber« sind, hat er ja auch erklärt.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30679

 

06.12.2017

PRESSEMITTEILUNG

Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem

Zu der angekündigten Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem erklärt der Präsident der Deutsch-israelische Gesellschaft, Hellmut Königshaus:

Der amerikanische Präsident kündigte an, ein US-Gesetz von 1995 umzusetzen, das die US-Regierung verpflichtet, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Es geht also nicht nur um die persönliche Entscheidung Trumps, sondern des amerikanischen Kongresses. Ob es politisch geschickt ist, das gerade jetzt zu vollziehen, ist eine andere Frage.

In der Sache selbst ist die Aufregung über die vorgesehene Maßnahme wohl allein auf die von palästinensischer Seite angekündigten Unruhen zurückzuführen. Faktisch ist West-Jerusalem längst als Hauptstadt Israels anerkannt. Dort ist der Sitz von Regierung und Parlament, und dort in der Knesset haben deutsche Bundespräsidenten und Bundeskanzler, auch Angela Merkel, bedeutende Reden gehalten.

Die heutigen Realitäten sind Folgen der von arabischen Staaten angezettelten Kriege gegen Israel. Dadurch wurde der UN-Teilungsplan zunichte gemacht, der Jerusalem einen Sonderstatus zuwies. Es gab im Übrigen nie einen palästinensischen Staat und nie eine palästinensische Hauptstadt Jerusalem. Auch die Palästinenser sollten nun endlich die gewachsenen Realitäten anerkennen.

Zu Recht zieht Michael Wolffsohn den Vergleich mit der Ostpolitik von Brandt und Genscher. Die faktische Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze ohne vorherigen Abschluss eines Friedensvertrages oder die Hinnahme der Verletzung des Viermächtestatus in Berlin war die Anerkennung der durch die Ergebnisse des selbst angezettelten Krieges geschaffenen Realitäten. Zum Schluss hatte die Bundesrepublik Deutschland sogar eine Ständige Vertretung in Ost-Berlin, die USA und die anderen Siegermächte Botschaften, also faktisch den fortdauernden völkerrechtswidrigen Verstoß gegen den Status Berlins akzeptiert. Diese Anerkennung der gewachsenen Verhältnisse eröffnete erst das Tor zur Entspannung und der Sicherung des Friedens in Europa. Dies sollte allen Beteiligten ein Beispiel sein.

6. Dezember 2017

 

05.12.2017

Israelische Museen virtuell erkunden

 

Israel hat mehr Museen pro Kopf als jedes andere Land der Welt und beherbergt einige der weltweit wichtigsten historischen und archäologischen Stätten. Das macht das kleine Land zu einem Zentrum für Kunst, Geschichte und Kultur. Ein neues Projekt des Ministeriums für Kultur und Sport bringt nun die vielfältigen und seltenen Sammlungen der israelischen Museen zu Kunstliebhabern auf der ganzen Welt nach Hause. 

Das Internet-Portal „Museums in Israel“ ist die neue virtuelle Heimat Dutzender israelischer Museen und ermöglicht den Besuchern den Zugang zu mehr als 63.000 Fotografien, Ausstellungsstücken und Ausstellungen per Mouseklick. 

Besucher können so berühmte Ausstellungsstücke wie die Schriftrollen vom Toten Meer aus dem Israel-Museum betrachten, aber auch weniger bekannte Stücke wie etwa die Marionette „Junge im grünen Anzug“, die im Ghetto Theresienstadt hergestellt wurde. Das Portal bietet ein interaktives und nahtloses Erlebnis – Besucher können sich sowohl in bestimmten Museen einfach „umsehen“, als auch mittels einer Suchfunktion nach bestimmten Schlüsselwörtern suchen. Jedes in der Datenbank befindliche Bild enthält eine ausführliche Beschreibung zum historischen Hintergrund und der künstlerischen Bedeutung des dargestellten Objektes. 

Zusätzlich zu den Tausenden Objekten, die über das Portal angeschaut werden können, können die Besucher auch allgemeine Informationen zu jedem der Museen abrufen, so etwa zum Zweck des jeweiligen Museums, seinen Aktivitäten, Öffnungszeiten und so fort. Die Vielfalt der Museen, die auf dem Portal vorgestellt werden, erlaubt es Besuchern mit verschiedenste Interessen, fündig zu werden. So können etwa Wissenschaftler, die die in der Prähistorie forschen, im Museum für prähistorische Geschichte in Obergaliläa nach prähistorischen Werkzeugen und Skeletten suchen, während Besucher, die sich für jüdische Kunst interessieren in der Judaika-Sammlung des Israel-Museums fündig werden durften. Und für Liebhaber der Gegenwartskunst ist das Herzliya-Museum für Gegenwartskunst die richtige Adresse. 

In der Abteilung „Museum Tales“ können die Besucher zudem eigens produzierte Filme zu Thematiken aus den verschiedenen Museen anschauen – und vielleicht bekommen sie ja Lust, eines der Museum auch „analog“ zu besuchen. 

Das Portal findet sich unter www.museums.gov.il/en 

(Außenministerium des Staates Israel, 29.11.17)

http://newsletter.israel.de/u/archive/IGCw6SEuhEM#890f6986-c807-46ff-92e8-0d89a75f3ba3

 

19.11.2017

Präsidiumswahlen bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Hellmut Königshaus als Präsident in seinem Amt bestätigt

Präsidiumswahlen und die Verabschiedung von zahlreichen Anträgen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Hauptversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Die rund 130 Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet bestätigten auf ihrer 38. Ordentlichen Hauptversammlung am 11. und 12. November 2017 in Baden-Baden ihren bisherigen Präsidenten, den ehemaligen Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus, mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt.

Auch alle übrigen Präsidiumsmitglieder wurden am Wochenende gewählt. Zu Vizepräsidenten bestimmten die Delegierten die Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU/CSU), Sven-Christian Kindler (Bündnis 90/Die Grünen) und den Staatssekretär Christian Lange (SPD) sowie den Journalist und Autor Daniel Killy (Hamburg), die PR-Beraterin Claudia Korenke (Frankfurt) und die Geschäftsführerin der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem in Deutschland e.V. Maya Zehden (Berlin Brandenburg e.V.).
Auch der Bundesschatzmeister Dr. Hermann Kuhn wurde in seinem Amt wiedergewählt.

Weiterhin gehören dem neuen Präsidium Dr. Martin Borowsky (Erfurt), Philipp J. Butler (Düsseldorf), Yoram-Illy Ehrlich (Trier), Michaela Engelmeier (Köln), Aras-Nathan Keul (Junges Forum), sowie Tibor Luckenbach (Junges Forum) der DIG an.

Breite Zustimmung der Delegierten fand auch ein umfassender Leitantrag des Präsidiums, das Bulletin von Baden-Baden. Es befasst sich unter anderem mit der aktuellen politischen Lage im Nahen Osten und mit den Vorhaben der DIG im kommenden Jahr. 2018 wird ganz im Zeichen des 70. Jahrestages der Staatsgründung Israels stehen.

Baden-Baden/Berlin, 12. November 2017

http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/bund/im-fokus/category/bund/showme/praesidiumswahlen-bei-der-deutsch-israelischen-gesellschaft

Wahlen in Junges Forum und DIG: Drei JuFos im neuen DIG-Präsidium

Mit einem neuen Team und starker Aufstellung in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sieht das Junge Forum dem 70. Jubiläumsjahr der israelischen Staatsgründung entgegen.

Die Mitglieder des Jungen Forums hatten im November 2017 einen neuen Bundesvorstand gewählt. Diesen bilden bis 2019: Annina Schmidt, Aras-Nathan Keul und Tibor Luckenbach, welcher erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde. Den ausscheidenden Vorständen Benjamin Diehl, Matthias Achenbach und Monty Ott gilt Dank für ihr Engagement in den vergangenen zwei Jahren.

Am Wochenende wählte die 38. Hauptversammlung der DIG ein neues Präsidium, Hellmut Königshaus wurde als Präsident bestätigt. Mit der Wahl von drei Mitgliedern des Jungen Forums in den Vorstand setzten die Delegierten ein klares Zeichen für die Zukunftsfähigkeit und Verjüngung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Neben unserem Bundesvorsitzenden Tibor Luckenbach wurden Aras-Nathan Keul (ebenfalls JuFo-Vorstand) und Philipp Butler (Junges Forum DIG Rheinland) zu Beisitzern gewählt. Während Aras-Nathan unter anderem seine Erfahrungen als Mitarbeiter im Bundestag und Sachen moderne Öffentlichkeitsarbeit einbringen wird, möchte Philipp neben unserer Generation auch seine Region, das Rheinland, repräsentieren.

Das Junge Forum sieht eines seiner langjährigen Ziele erreicht. Damit, dass nun die Hälfte der Beisitzer des Präsidiums unter 35 ist, zeigt sich, dass die Mitarbeit junger Engagierter mittlerweile in allen Gremien der DIG zur Selbstverständlichkeit wird. Mit dem neuen Präsidium stellt die DIG ein Jahr nach ihrem 50. Jubiläum klar, dass es sich bei ihr und den deutsch-israelische Beziehungen nach wie vor um ein junges und zukunftsträchtiges Projekt handelt.

Hochmotiviert und gestärkt geht das JuFo in seine nächste Phase.

http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/junges-forum/im-fokus/category/junges-forum/showme/wahlen-in-junges-forum-und-dig-drei-jufos-im-neuen-dig-praesidium

 

13.10.2017

Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Hellmut Königshaus:

Auch Deutschland muss sein Verhältnis zur UNESCO überprüfen

Die Entscheidung der US Regierung sowie der Regierung Israels, die Mitgliedschaft in der UNESCO wegen ihrer israelfeindlichen Haltung zu beenden, sollte nach Auffassung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Anstoß sein, auch das deutsche Verhältnis zu dieser Organisation zu überprüfen. Es ist zu erwarten, dass nun Erwartungen geweckt werden, dass Deutschland die nun entstehende Finanzlücke der UNESCO zumindest teilweise mit höheren Beiträgen ausgleicht.

Einem solchen Ansinnen ist nachdrücklich zu widersprechen. Deutschland darf die berechtigte Kritik an der satzungswidrigen Politisierung einer wichtigen Institution der UNO nicht unterlaufen. Das Mitglied „Palästina“ ist kein Staat, dahinter verbergen sich mit Fatah und Hamas Terrororganisationen, die nicht den hehren Zielen der UNESCO folgen wollen, sondern einen international anerkannten Staat – Israel – vernichten und seine Bewohner, wie es die Hamas nach wie vor anstrebt, „ins Meer treiben“ wollen.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass deutsche Steuerzahler klaglos eine UN-Institution finanziell mittragen, solange diese sich permanent und penetrant gegen die erklärten Interessen der deutschen Israelpolitik stellt, ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat. Das Eintreten für das Existenzrecht Israels ist deutsche Staatsräson. Die Aufnahme von Organisationen, die nach wie vor das Existenzrecht Israels bestreiten und erklärtermaßen einen Mitgliedsstaat der UN auslöschen und seine Einwohner vertreiben wollen, steht dem diametral entgegen.

Die UNESCO ist unverzichtbar, wenn sie ihre in ihrer Charta vorgezeichneten Ziele unvoreingenommen anstrebt. Sie darf sich dabei aber nicht von Terrororganisationen und ihren Helfern missbrauchen lassen, erst recht aber nicht lächerlich machen. Eine Weltorganisation, die das Weltkulturerbe bewahren soll, macht sich aber lächerlich, wenn sie auf Druck einzelner Staaten sogar das jüdische Erbe in Jerusalem und insbesondere auf und am Tempelberg relativiert und in Teilen sogar negiert.

Hellmut Königshaus, der Präsident der Deutsch-Israelische Gesellschaft, forderte heute die Bundesregierung auf, schnellstmöglich zu überprüfen, wieweit die Beschlüsse dieser UN-Organisation noch mit den Grundsätzen deutscher Politik vereinbar sind. Je nach Ergebnis dieser Prüfung sollte auch eine Kürzung der deutschen Zahlungen an die UNESCO erwogen werden.

Berlin, 13. Oktober 2017

http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/pressemitteilungen/index/category/allgemein/showme/praesident-der-deutsch-israelischen-gesellschaft-hellmut-koenigshaus_1

 

29.09.2017

Von Ressentiments geprägt

Die DIG diskutierte mit Journalisten über das Bild Israels in der Berichterstattung in Deutschland

Aktualisiert am 28.09.2017, 14:30 – von Jérôme Lombard

Es ist ein verbreiteter Vorwurf: Die Medien in Deutschland berichten einseitig, wenn es um Israel und den Nahostkonflikt geht. Kritik an Israel sei politisch unkorrekt und werde tabuisiert. Die deutschen Medien seien tendenziös und pro-israelisch. 

Doch stimmt das wirklich? Oder ist nicht vielmehr das Gegenteil der Fall, dass nämlich der jüdische Staat im Vergleich zu anderen Ländern besonders häufig und besonders vehement am medialen Pranger steht? 

FACHEXPERTISE 

Diese Frage stand im Zentrum einer Diskussionsrunde, zu der die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) am Mittwoch in das Haus des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) in Berlin-Charlottenburg eingeladen hatte. Das Podium an diesem Abend war mit journalistischer Fachexpertise prominent besetzt. 

Neben den beiden Chefredakteuren von ARD und Deutschlandfunk, Rainald Becker und Birgit Wentzien, waren der Vorsitzende der BILD-Chefredaktionen, Julian Reichelt, und der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn eingeladen worden. 

»Wenn es um Israel geht, ist die Berichterstattung in Deutschland von Falschmeldungen und Ressentiments geprägt. Und häufig einseitig gegen Israel gerichtet«, sagte Maya Zehden, Vizepräsidentin der DIG, in ihrer Begrüßungsrede. Ihr Verein kritisiere die tendenziöse anti-israelische Berichterstattung schon seit Langem. »Wenn eine bestimmte Wortwahl immer wieder in eine Richtung emotionalisiert wird, bleibt auch die Politik davon nicht unberührt«, sagte Zehden. 

PUBLIKUM 

Angesichts der nach der Bundestagswahl zu erwartenden politischen Umbrüche und der immer wieder erhobenen Forderung, dass die Medien sich ihrer Funktion als vierter Gewalt bewusst sein müssten, sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für eine Debatte über den Umgang deutscher Medien mit Israel, so Zehden. Das Thema brannte offensichtlich vielen Menschen untern den Nägeln, die Veranstaltung war gut besucht. 

Daniel Killy, DIG-Präsidiumsmitglied und politischer Autor, sagte in seinem Impulsreferat, es seien oftmals gar nicht bewusste Falschmeldungen, die einen Bericht tendenziös werden ließen, sondern die gebrauchte Wortwahl. »Nach einem Terrorangriff in Israel sprechen Journalisten gerne von einer Eskalation der Lage, die man nun befürchte. Niemand macht das, wenn es eine Attacke in Spanien oder Deutschland gibt. So wird Terror indirekt Verständnis gegenübergebracht und Israel als Aggressor dargestellt«, sagte Killy. Schon durch die permanente Wiederholung derartiger Begriffe würden die Medien zum negativen Image Israels beitragen.

Der Historiker Michael Wolffsohn unterstellte vielen Kommentatoren der Situation in Nahost, »Israel-Bashing« zu betreiben. »Die Medien müssen eine gewisse Erwartungshaltung erfüllen. Israel mal nicht als bösen Aggressor und stattdessen positiv darzustellen, ist in Deutschland und Westeuropa überaus schwer«, sagte Wolffsohn. 

SACHKENNTNIS 

Der anti-israelischen Berichterstattung liege oftmals eine große Ahnungslosigkeit der realen Gegebenheiten im Nahen Osten zugrunde. »Wir brauchen vor allem mehr Sachkenntnis und weniger Ideologie, um ein ausgewogeneres mediales Bild von Israel zu bekommen«, sagte der Historiker. 

Der BILD-Journalist Reichelt kritisierte die fehlende Empathie vieler Journalisten. »Über kein Land, das unter ständigem Terror leidet, wird in Deutschland so zynisch, eiskalt und herzlos berichtet wie über Israel«, sagte er. In Berichten würden immer wieder Täter und Opfer vertauscht. Wenn palästinensische Attentäter von israelischen Soldaten erschossen werden, titelten deutsche Zeitungen regelmäßig Schlagzeilen wie »Palästinenser bei israelischer Militäraktion getötet«. »Diese sprachlichen Entgleisungen gegenüber Israel und den Israelis müssen aufhören«, sagte Reichelt. 

ARD-Chefredakteur Reinald Becker warnte davor, den Journalisten per se Anti-Israelismus zu unterstellen. Oftmals fehlten schlicht die handwerklichen Fähigkeiten, die es für eine gute und differenzierte Berichterstattung brauche. »Die allgemeinen Defizite in Bildung und Ausbildung spiegeln sich auch im Journalismus wider. Hier muss dringend nachgesteuert werden«, forderte Becker.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29739

 

01.09.2017

AMTSANTRITT

Israels neuer Mann in Berlin

Botschafter Jeremy Issacharoff erhält seine Akkreditierung im Schloss Bellevue. Anschließend gedenkt er am Gleis 17 den Opfern der Schoa

Jüdische Allgemeine, 29.08.2017

Am Sonntag traf er in Berlin ein, zwei Tage später trat er offiziell sein Amt an: Jeremy Issacharoff, Israels neuer Botschafter, erhielt am Dienstagmittag seine Akkreditierung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue. Am Nachmittag legte er dann im Gedenken an die Opfer der Schoa am Gleis 17 des Bahnhofes Berlin-Grunewald gemeinsam mit seiner Frau Laura, Tochter Ella und Sohn David einen Kranz nieder. 
Am Mahnmal, das an die etwa 55.000 von dort aus zwischen 1941 und 1945 deportierten Berliner Juden erinnert, sagte er selbst das Kaddisch. Rabbiner Josh Spinner sprach das El Male Rachamim. Zahlreiche Ehrengäste waren zur Gedenkzeremonie gekommen, darunter auch die Schoa-Überlebende Margot Friedländer. 
Es sei ihm wichtig gewesen, dass diese Gedenkzeremonie seine erste Amtshandlung als neuer Botschafter werde, sagte der 62-jährige Diplomat: »Ich fühle heute das Gewicht der Geschichte auf meinen Schultern.« Die Erinnerung an die Schoa werde das israelische und deutsche Volk für immer verbinden, aber das Leiden der Vergangenheit sollte nicht die Zukunft bestimmen, so Issacharoff. »Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die schicksalhafte Vergangenheit zu erinnern und uns gleichzeitig für eine dynamische und hoffnungsvollere Zukunft einzusetzen.« 
Die Verpflichtung des Gedenkens erwähnte auch der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, in seiner Ansprache. An diesem Ort werde laut und deutlich ein Signal ausgesandt, »dass wir niemals vergessen werden und auch andere nicht vergessen lassen, was geschah und was unserem Volk angetan wurde«. Lehrer hieß den neuen Botschafter in Deutschland willkommen und sicherte ihm die Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft für Israel zu.
Der 1955 in London geborene Issacharoff ist seit 1982 im diplomatischen Dienst des jüdischen Staates. Er war unter anderem politischer Berater von Benjamin Netanjahu als Israels UN-Botschafter, er war Mitglied des UN-Beirates in Abrüstungsangelegenheiten, von 2014 bis 2017 war er stellvertretender Generaldirektor des Außenministeriums. Ddk

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29483

PORTRÄT

Chefin im Konsulat

Sandra Simovich ist die neue Generalkonsulin des Staates Israel in München

Jüdische Allgemeine, 31.08.2017

Im Süden Deutschlands wird Israel seit zwei Wochen von einer Frau vertreten. Sandra Simovich heißt die neue Generalkonsulin des Staates Israel in München, die ihr Büro am Karolinenplatz bereits bezogen hat. Die Feinheiten der bayerischen Lebensart konnte die Topdiplomatin in der kurzen Zeit noch nicht verinnerlichen, aber auf München freut sie sich richtig.

Diesen Eindruck gewann auch IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch beim Antrittsbesuch der Generalkonsulin im Gemeindezentrum. »Ich bin mir sicher, dass wir eng zusammenarbeiten und regelmäßigen Kontakt und Meinungsaustausch pflegen werden«, sagt Charlotte Knobloch vorausblickend.

Auch wenn bei dem ersten Treffen zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund gestanden haben dürfte, sprachen die neue Generalkonsulin und die IKG-Präsidentin auch einige relevante politische Themen an. Das verzerrte Bild des jüdischen Staates in der öffentlichen Wahrnehmung gehörte zum Beispiel dazu. Dem entgegenzuwirken und Israel so zu zeigen, wie es wirklich ist, wird ein Arbeitsschwerpunkt von ihr sein, wie Generalkonsulin Sandra Simovich bei dem Treffen zu verstehen gab.

Vom Generalkonsulat aus, das seit November 2015 am Karolinenplatz residiert, betreut Sandra Simovich gleich fünf Bundesländer: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland. Die IKG-Präsidentin ist sich sicher, dass sie diese wichtige Aufgabe hervorragend stemmen wird. »Sie ist als Diplomatin erstklassig ausgebildet, war schon in verschiedenen Ländern und verantwortlichen Positionen tätig und kennt auch die Verhältnisse in Deutschland sehr genau«, gibt Charlotte Knobloch ihre Eindrücke von dem Zusammentreffen mit ihr wieder.

Sandra Simovichs Deutschlandkenntnisse, auch in sprachlicher Hinsicht, kommen nicht von ungefähr. Von 2012 bis 2014 war sie politische Beraterin der israelischen Botschaft in Berlin. Sandra Simovich ist Juristin und begann 1999 ihre diplomatische Ausbildung. Sie war zum Beispiel auch schon stellvertretende Botschafterin in Bukarest und Abteilungsleiterin für Südostasien im Außenministerium.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29484

 

22.06.2017

TALK BEI MAISCHBERGER

Muss ein Film gegen Antisemitismus in Europa pro-jüdisch sein?

Von Alan Posener | 22.06.2017 |

Der Film ist eine Gegenrede. Eine Gegenrede zu jener These, die gleich in der ersten Einstellung formuliert wird von Mahmoud Abbas, dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde. Gäbe es Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, so Abbas vor dem Europäischen Parlament, dann würden alle Konflikte im Nahen Osten gleich mit gelöst werden, dann gäbe es weltweit keinen Terror mehr.

Und da die Israelis nach Lesart des Palästinenserführers schuld daran sind, dass es nicht zum Frieden kommt, so ist der jüdische Staat an all dem Leid im Nahen Osten und am weltweiten islamischen Terror schuld. So – im Herzen Europas – beginnt „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“.

Gaga? Natürlich. Jeder weiß, dass Israel weder an den Bürgerkriegen in Syrien, dem Libanon, dem Jemen oder in Libyen noch am dschihadistischen Terror schuld ist, der New York, London, Paris, Brüssel, Moskau, Istanbul und so viele andere Städte heimgesucht hat.

Und doch erheben sich die – von uns gewählten! – Abgeordneten des Europäischen Parlaments, um mit Standing Ovations einen Mann zu feiern, der im kommunistischen Moskau seinen Doktor mit einer Arbeit bekam, in der behauptet wird, der Holocaust sei ein gemeinsames Werk von Zionisten und Nazis gewesen, und der in seiner Rede die Lüge verbreitet hat, israelische Rabbiner wollten die Brunnen der Araber vergiften, um möglichst viele Palästinenser zu töten.

Auch die arabischen Länder haben eine Verantwortung

Aber die Juden sind eben nicht an allem schuld: Würde in den arabischen Ländern – einschließlich der palästinensischen Autonomiebehörde – nicht Despotismus, Korruption und Vetternwirtschaft, Gewalt und Fanatismus, sondern Demokratie herrschen, wäre der israelisch-arabische Konflikt längst gelöst, und es gäbe erheblich weniger Terror in der Welt.

Weil aber die Juden für die islamischen Herrscher aller Couleur ein so nützlicher Feind sind, wie sie es zwei Jahrtausende lang für christliche Herrscher waren, gibt es keinen Frieden.

Diese einfache Wahrheit belegt der Film von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Und er belegt, dass diese Wahrheit in Europa nicht begriffen wird, weil Linke und Rechte, Antiimperialisten und Identitäre, Christen und Muslime antisemitischen Stereotypen aufsitzen, auch wenn sie das in vielen Fällen weit von sich weisen würden. Niemand will Antisemit sein. Aber Antizionist sein gehört zum guten Ton.

Weiter geht es hier:  https://www.welt.de/vermischtes/article165784062/Muss-ein-Film-gegen-Antisemitismus-in-Europa-pro-juedisch-sein.html

 

31.05.2017

Warum Israels Siedlungen nicht das Problem sind

25. Mai 2017

von Lizas Welt

In Europa wird die Ansicht, dass die israelische Siedlungspolitik illegal ist und ein gewaltiges Friedenshindernis darstellt, von einer großen Mehrheit geteilt. Dabei gibt es gute Gründe, diese vermeintliche Selbstverständlichkeit zu hinterfragen. Einige Anmerkungen zu einem beständigen Vorwurf gegen den jüdischen Staat.

Das Europäische Parlament hat vor wenigen Tagen wieder einmal Israel verurteilt, nämlich für dessen Siedlungspolitik im Westjordanland. Es ist längst ein Ritual, das in unregelmäßigen Abständen vollzogen wird, und auch die Begründung für den Schuldspruch liest sich jedes Mal gleich: illegal gemäß dem Völkerrecht, verschlechtert die Aussichten auf eine Zweistaatenlösung, entscheidendes Hindernis für den Frieden. Der Anlass ist meist, dass die israelische Regierung den Bau neuer Wohneinheiten in einer Siedlung genehmigt hat oder ein Gesetz verabschiedet worden ist, das nicht genehmigte Baumaßnahmen nachträglich legalisiert. Die Ansicht, dass so etwas den »Nahostkonflikt« anheizt, die »Gewaltspirale« befördert, die Gefahr eines »Flächenbrandes« heraufbeschwört und überhaupt so ziemlich das Schlimmste ist, was in der Region passiert, ist nicht nur im EU-Parlament derart selbstverständlich, dass jeder, der sie nicht teilt, als weltfremder Spinner, wenn nicht gar als »Kriegstreiber« und »Zionistenfreund« bezeichnet wird.

Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf das Thema Siedlungspolitik, denn so eindeutig, so verwerflich und so unnötig, wie viele meinen, ist die Sache keineswegs. Da wären zunächst einmal die (völker-)rechtlichen Aspekte, die nahezu immer ins Feld geführt werden, wenn es darum geht, die Siedlungen als entscheidenden Störfaktor darzustellen. Schlicht illegal seien sie, sagen ihre Gegner und verweisen auf die Genfer Konvention. Dort heißt es in Artikel 49, die »Besatzungsmacht« dürfe nicht »Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln«. Das hat die israelische Regierung freilich noch nie getan – die Bevölkerung der Siedlungen lebt dort vielmehr aus eigenem Antrieb. Doch auch »freiwillige Umsiedlungen« seien nicht statthaft, argumentiert beispielsweise das deutsche Auswärtige Amt. Das wirft Fragen auf: Selbst dann nicht, wenn ein (arabischer) Besitzer sein Land aus eigenem Antrieb an einen (jüdisch-israelischen) Käufer abtritt?

Oder wenn ohnehin vollkommen klar ist, dass eine Ortschaft im Zuge von Friedensverhandlungen nur in das Staatsgebiet der »Besatzungsmacht« integriert werden kann? Noch jeder international akzeptierte Friedensplan für Israel und die palästinensischen Gebiete hat bislang vorgesehen, dass die Gebiete nahe der »grünen Linie«, in denen etwa 80 Prozent der Siedler leben, an das israelische Kernland angeschlossen werden und die Palästinenser im Gegenzug israelische Ländereien erhalten. Anders könnte ein funktionsfähiger Kompromiss auch gar nicht aussehen. Denn es wäre absurd, ernsthaft zu verlangen, eine Stadt wie etwa Ma’ale Adumim mit ihren fast 40.000 Einwohnern zu räumen und anschließend abzureißen. Dass sie wächst und im Zuge dessen neue Wohnungen gebaut werden, müsste deshalb nicht weiter der Rede wert sein.

Weiter siehe hier: https://lizaswelt.net/2017/05/25/warum-israels-siedlungen-nicht-das-problem-sind/

 

21.05.2017

HAMAS-PAPIER

Neue Fassade, altes Haus

VON MICHAEL WOLFFSOHN am 8. Mai 2017

Die Palästinenser-Organisation Hamas hat ein Papier veröffentlicht, in dem viele einen wichtigen Schritt zur Befriedung des Nahost-Konflikts sehen. Der Historiker Michael Wolffssohn hat sich den Text genau angeschaut und kommt zu einem anderen Schluss

Frieden in Nahost, Frieden für Palästina und Israel? Sogar zwischen der islamistischen Hamas und dem jüdisch-zionistischen Staat? Ist das Ende des bald 140-jährigen Krieges zwischen beiden Seiten in Sicht? Der großsprecherische US-Präsident ist überzeugt, auf diesem Gebiet bald „liefern“ zu können, ohne auch nur ein Stichwort dazu mitgeteilt zu haben. Das bleibt abzuwarten.

Manche, sogar einige westeuropäische Diplomaten, setzen eher auf die am 1. Mai offiziell verkündete neue Charta der bisher nur als Terrororganisation bezeichneten Hamas. Sie sehen so etwas wie Licht am Terror-Tunnel, also das Ende des Hamas-Terrors und meinen, der neuen Charta einen Strategiewechsel entnehmen zu können. Ist hier der Wunsch Vater des Gedankens? Das amtliche Israel sieht in der Charta eine taktische Variante, eine Pinselsanierung des Hamas-Hauses. Neue Fassade, altes Haus. Also Terror und Israels Auslöschung als „Endlösung“. Was stimmt?

Offizielle Programme politischer Akteure sind selbst in Demokratien wahrlich nicht wortwörtlich zu verstehen. Schon gar nicht im operativen Sinne. Doch bezüglich der Substanz, des Grundsätzlichen sind sie durchaus aussagekräftig. Gleiches gilt für die alte und neue Hamas-Charta. Verzichten wir auf den Alt-neu-Vergleich. Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche.

Weiter siehe hier: http://cicero.de/weltbuehne/hamas-paper-neue-fassade-altes-haus

 

17.03.2017

Pressemitteilung

Bei der Mitgliederversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Freiburg ist am 12.03.2017 der neue Vorstand gewählt worden. Er wird für 2 Jahre im Amt sein. Vorsitzende ist Andrea Lauser, ihre Stellvertreterin Elisabeth Burkard. Zur Schatzmeisterin wurde Marianne Hopmeier gewählt, zur Schriftführerin Christine Müller-Schätzle. Außerdem sind die folgenden drei Beisitzer Teil des neuen Vorstands: Adi Ekert, Constantin von Fürstenberg, Philip Müller. Andreas Meinzer vertritt das Jugendforum und die DIG Hochschulgruppe im Vorstand.

Die DIG Freiburg ist eine von über fünfzig örtlichen Arbeitsgemeinschaften der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Die DIG ist die bundesweit mitgliederstärkste binationale Organisation. Über 5.000 Mitglieder arbeiten in der DIG zusammen, um ihrer Solidarität mit dem Staat Israel und seinen Menschen Ausdruck zu verleihen.

Die Freiburger Arbeitsgemeinschaft hat derzeit etwa 65 Mitglieder. Wir wollen durch unsere Arbeit, insbesondere durch unsere Veranstaltungen Land und Leute einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Deshalb informieren wir über Gesellschaft und Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, Kultur und Geschichte des Landes, aber auch über die Nachbarn Israels. Unsere Veranstaltungen sind in der Regel eintrittsfrei.

Nähere Infos finden sich auf der Website und der Facebook-Seite der DIG Freiburg: www.deutsch-israelische-gesellschaft-freiburg.dewww.facebook.com/digfreiburg

Freiburg, den 16.03.2017

Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Freiburg

 

05.02.2017

Der UNO – UNSicherheitsrat

Von Redaktion Audiatur

2. Februar 2017

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN-Sicherheitsrat), zu welchem Schweden nun als nicht-ständiges Mitglied beigetreten ist, hat kürzlich eine Resolution verabschiedet in welcher israelische Siedlungen – inklusive unserer Hauptstadt Jerusalem und der Ort, auf dem unser Tempel früher stand – als illegal deklariert wurden und Israel vorschreibt, diese Gebiete abzutreten.

von Yair Lapid

Als die Mitglieder des Sicherheitsrates merkten, dass ihre Entscheidung die grosse Mehrheit der Israelis empörte – die Opposition einbegriffen – , taten sie so, als ob sie nicht verstehen würden. „Es handelt sich nicht um eine anti-israelische Entscheidung“, sagten uns die Führer der verschiedenen Staaten, „der Entscheid bezieht sich nur auf die Siedlungen“.

Das macht so viel Sinn, wie wenn Israel seine Absicht ankündigt, die Diskussionen über die jahrhundertealten Grenzvereinbarungen mit Norwegen wieder aufzunehmen, die sie für historisch unfair halten. „Es ist keine anti-schwedische Entscheidung“, sagen wir dann unseren Freunden in Schweden, „es geht nur um die Grenze.“

Ich stelle mir vor, dass ihr uns sagen würdet, dass es eine grobe Einmischung in interne schwedische Angelegenheiten sei. Der israelische Botschafter würde ins schwedische Aussenministerium zitiert und es würde ihm höflich mitgeteilt, dass es für uns an der Zeit wäre aufzuhören, s