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Bildergalerie

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04.02.2020

 

„Gebt die Leichname der getöteten Israelis frei!“

Deutsch-Israelische Gesellschaft fordert Übergabe sterblichen Überreste getöteter Israelis an deren Familien

In seiner Sitzung in Berlin hat das Präsidium der Deutsch-Israelischen Gesellschaft seine Solidarität mit den Familien der noch immer von der Hamas einbehaltenen Leichname zweier Israelischer Soldaten zum Ausdruck gebracht und die Hamas zur sofortigen Herausgabe der sterblichen Überreste aufgefordert. Hadar Goldin und Oron Shaul wurden während des Gaza-Konfliktes 2014 von der Hamas getötet und entführt. Seither warten deren Familien darauf, ihre Söhne beisetzen zu können.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker, erklärte dazu heute: „Seit Sommer 2014 warten die Familien der getöteten Soldaten darauf, ihre Söhne anständig beerdigen zu können, doch die Terrororganisation Hamas verletzt jegliches humanitäre Völkerrecht und zeigt ihr unmenschliches Gesicht auch über den Tod ihrer Opfer hinaus. Es wird Zeit, dass die internationale Gemeinschaft all ihre Möglichkeiten nutzt, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Nur so wird es möglich sein, dass Trauer und Schmerz ihrer Angehörigen einen Ort des Friedens und des Andenkens finden können.“

Hadar Goldin war zur Zeit der letzten größeren Eskalation im Jahr 2014 während einer offiziellen Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas von ebendieser erschossen und in den Gaza-Streifen verbracht worden. Oron Shaul war wenige Tage zuvor bei einem Angriff auf ein Israelisches Militärfahrzeug ebenfalls Opfer der Hamas geworden und nach Gaza verschleppt. Seither bitten die Familien durch international gerichtete Appelle darum, ihnen dabei zu helfen, die sterblichen Überreste ihrer Söhne zurück zu erhalten.

„Es ist der natürliche Wunsch von Menschen, ihre toten Angehörigen anständig begraben zu dürfen und es ist unanständig und unmenschlich, dies den Familien zu verwehren und mit dem Leid von Eltern noch zu spielen. Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Terrororganisation Hamas. Interessierte Staaten haben die Möglichkeit, auf die Hamas einzuwirken und auf die Herausgabe der Toten zu drängen. Gebt die Leichname der getöteten Israelis frei!“, so Uwe Becker abschließend.

Berlin, den 4. Februar 2020

 

30.01.2020

 

Bewertung des Trump-Plans

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Uwe Becker, hat heute seine Bewertung zu dem von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Plan für den Nahen Osten abgegeben

„Der vorgelegte Plan des US-Amerikanischen Präsidenten Donald Trump bildet aus meiner Sicht nüchtern die derzeitige Realität des Nahen Ostens ab und ist damit ein ehrliches Angebot an beide Seiten, das genauso offen und ehrlich geprüft werden sollte. Er fußt auf dem Grundprinzip der Zwei-Staaten-Lösung, sichert damit den Palästinensern dauerhaft ein eigenes Staatsgebiet zu, eröffnet die Option für eine eigene palästinensische Hauptstadt im Osten Jerusalems und gewährt wirtschaftliche Unterstützung zum weiteren Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur. Gleichzeitig erkennt er Jerusalem als die Hauptstadt Israels an, schützt die Sicherheitsinteressen des Jüdischen Staates mit der endgültigen Zuordnung der Golanhöhen als Israelisches Territorium und lässt dort Jüdisches Leben im Westjordanland zu, wo dies auch historische Wurzeln besitzt, die über die Zeit der Staatsgründung Israels zurückreichen. Die Vorschläge reichen erkennbar über die heutigen völkerrechtlichen Festlegungen hinaus. Ich bin persönlich sehr dafür, dass den in diesem Plan formulierten Grundüberlegungen eine faire Chance in weiteren Verhandlungen gegeben wird, auch wenn sich auf palästinensischer Seite bereits erhebliche Ablehnung zeigt, da man dort weitergehende Erwartungen besitzt. Der vorgelegte Plan kann auch der israelischen Seite neue Impulse geben, auf die Palästinenser zuzugehen. Wir werden uns an diesem Freitag in der Sitzung des Präsidiums der DIG in Berlin mit diesem Plan befassen“, so Uwe Becker.

Berlin, den 29. Januar 2020

 

 

27.01.2020

 

Deutsch-Israelisches Band noch fester weben

DIG-Präsident für gemeinsame Hochschule, Fernsehen und Kompanie

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Uwe Becker, hat sich heute für konkrete Schritte im weiteren Ausbau der Deutsch-Israelischen Beziehungen ausgesprochen und den Aufbau einer gemeinsamen Hochschule, eines gemeinsamen Fernsehsenders und die Errichtung einer gemeinsamen Einheit von Bundeswehr und Israel Defense Forces (IDF) vorgeschlagen.

„Nachdem auf Initiative des Deutschen Bundestages vom April 2018 bereits eine Vereinbarung zur Schaffung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks auf den Weg gebracht ist, bin ich sehr dafür, diese sehr konkreten Schritte zur Festigung und zum Ausbau unserer Freundschaft und Partnerschaft mit Israel engagiert weiter zu gehen. Mit der Ausgestaltung einer Deutsch-Israelischen Hochschule könnten die bisher bereits sehr vielfältig vorhandenen Kooperationen zwischen Hochschulen in Deutschland und Israel noch weiter gefestigt werden und die Zusammenarbeit auf wissenschaftlichem Gebiet, in Forschung und Lehre weiter ausgebaut werden. Noch stärker würde mit der Schaffung einer gemeinsamen Einrichtung und der Ausgestaltung binationaler Studiengänge und von Doppelabschlüssen der Austausch von Studentinnen und Studenten in kultureller, wissenschaftlicher und sprachlicher Hinsicht gefördert und das Verständnis füreinander gestärkt. Mit einem fest verbundenen und formell verfassten Netzwerk aus Deutschen und Israelischen Hochschulen und Universitäten könnten unterschiedliche binationale Programme angeboten werden. Jungen Deutsche und Israelis könnten sich so noch besser kennenlernen und wechselseitig von den unterschiedlichen Studiensystemen profitieren“, erklärte Uwe Becker heute.

„Um das Israelbild in Deutschland und das Wissen um Deutschland in Israel zu verbessern und den Menschen näherzubringen, wäre ein gemeinsamer Fernsehsender beider Länder eine gute Plattform. Das Bild Israels ist in Deutschland oftmals negativ geprägt und wird zumeist von einem sehr einseitigen Blick auf die Situation im Nahen Osten bestimmt. Nachrichtenformate beschäftigen sich zumeist mit der Eskalation des Konflikts und nur begrenzt findet Berichterstattung über das normale Leben in diesem so vielseitigen Land statt. Umgekehrt bestimmen oft auch nur Ausschnitte der Lebenswirklichkeit in unserem Land die Vorstellung der Israelis von Deutschland, auch wenn deren Bild der Bundesrepublik eher positiv geprägt ist. Ein gemeinsamer Fernsehsender könnte mit einem vielseitigen Programm aus Filmen, Dokumentationen, Nachrichten und anderen TV-Formaten von Kultur bis Cuisine, von Gesellschaft und Politik bis zu Sport und Natur den Menschen in beiden Ländern ein deutlich besseres Bild voneinander vermitteln, als dies heute stattfindet. In Zeiten moderner Medien könnte ein solcher Sender auch digital ausgestaltet sein“, so Uwe Becker.

„Unsere Staatsräson, für das Existenzrecht Israels einzustehen, sollte auch dort ausgeprägter sichtbar werden, wo es um die gemeinsame Sicherung der Existenz des Jüdischen Staates geht. Daher bin ich sehr dafür, dass über die heute bereits bestehende Kooperation hinaus Deutschland und Israel in den nächsten Jahren auch ihre militärische Zusammenarbeit ausbauen und die Schaffung einer gemeinsamen militärischen Einheit, etwa einer Deutsch Israelischen Kompanie aus Bundeswehr und Israel Defense Forces (IDF) überlegen. Diese könnte mit Blick auf das besondere IT-Know-How Israels und die wachsende Bedrohungslage in der Cyber-Welt gerade auch im Bereich der Elektronischen Abwehr liegen“, erklärte Uwe Becker.

„Aus den historisch belasteten Anfängen unserer Beziehungen zu Israel ist inzwischen eine starke und unverbrüchliche Partnerschaft geworden, die sich an vielen Stellen auch in sehr persönlichen Freundschaften von Menschen beider Länder ausdrückt. Aus Absichten sind vielerorts konkrete Projekte der Kooperation und des Austauschs geworden, finden Begegnungen und gemeinsame Initiativen statt. All dies festigt unsere Partnerschaft und umso mehr sollten beide Länder in ihren Anstrengungen weiter voranschreiten und das gemeinsame Band noch fester weben“, so Uwe Becker abschließend.

Berlin, den 27. Januar 2020

 

Kalter Wind von Auschwitz weht durch die Straßen und Wohnstuben Europas

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) fordert ein stärkeres Engagement für Jüdisches Leben und warnt vor den Gefahren des wachsenden Antisemitismus.

„Der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts weht als Hauch von Auschwitz wieder durch zu viele Straßen und Wohnstuben Europas, ohne dass seine bedrohliche Kälte die Menschen wirklich aufschreckt. Der Judenhass traut sich wieder offen und aggressiv auf die Straßen und Plätze unserer Städte und die virtuelle Vernichtung von Jüdischem Leben findet in den sozialen Medien immer mehr Raum. Unsere Gesellschaft muss endlich aufwachen und aufstehen für Jüdisches Leben und gegen Judenfeindlichkeit. Kränze niederzulegen reicht nicht“, so DIG-Präsident Uwe Becker heute.

Im Vorfeld des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz mahnt Uwe Becker eine neue Handlungskultur im Umgang mit Judenhass an.

„Die schrecklichen Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus, die Ermordung von 6 Millionen Europäischen Jüdinnen und Juden, die Grausamkeiten einer industriell organisierten Tötungs- und Vernichtungsmaschinerie sind schon in ihren Bildern und Erzählungen schrecklich und kaum zu begreifen. Den Opfern dieses dunkelsten Kapitels der Deutschen Geschichte zu gedenken, muss und wird immer Teil unserer zivilisatorischen Verantwortung bleiben, sie ist zum Bestandteil unserer Identität geworden. Doch so zeitlos diese Verantwortung bleibt, so dauerhaft erwächst daraus auch die Verpflichtung, gegen jegliche Form der Judenfeindlichkeit vorzugehen und sich für Jüdisches Leben heute und in der Zukunft einzusetzen. Und dazu gehört gerade auch Jüdisches Leben in Israel“, so Uwe Becker.

„Wir müssen aber feststellen, dass die Judenfeindlichkeit in Deutschland und Europa wieder wächst und geschichtliche Erfahrung nicht aus dem Gedenken alleine künftige Generationen immun gegen Antisemitismus macht. Jede Generation ist neu gefordert, für ein offenes und friedliches Miteinander unserer Gesellschaft einzutreten. Doch unsere Europäische Gesellschaft ist zu träge und hat sich an zu vielen Stellen bereits wieder an die Schatten des Antisemitismus, an judenfeindliche Stereotype gewöhnt. Wir sehen Angriffe auf Jüdinnen und Juden, die Schändung jüdischer Synagogen und Friedhöfe, Judenfeindlichkeit auf den Schulhöfen und auf Sportplätzen und blinden Israelhass. Wir sehen Angst und Verunsicherung bei Jüdischen Familien, wir sehen zu und sehen weg, aber wollen nicht begreifen, dass die Zukunft unseres gesellschaftlichen Miteinanders insgesamt in Gefahr ist“, erklärte Uwe Becker.

„Der Nationalsozialismus pervertierte die Errungenschaften der industriellen Revolution und setze die Instrumente der Massenproduktion zur industriellen Vernichtung jüdischen Lebens und zur stückhaften Verwertung von grausam ermordeten Menschen ein. Im Zeitalter der Digitalisierung findet vor aller Augen die virtuelle Vernichtung von jüdischem Leben Tag für Tag in den sozialen Netzwerken und damit in der Digitalen Welt statt und die reale Welt schaut aus ihren Wohnstuben heraus mit zunehmender Gewöhnung zu. Die Gefahr ist groß, dass sich in den kommenden Jahren immer mehr Türen aus der einen in die andere Welt öffnen, der Anschlag auf die Synagoge von Halle ist ein Beispiel dafür“, so Uwe Becker

„Wenn sich Jüdische Familien fragen, ob sie noch eine Zukunft in Deutschland und Europa haben, dann ist es nicht 5 vor 12, dann ist es 10 nach 12. Auch wenn unsere staatlichen Strukturen stabil und längst nicht so anfällig wie die jungen demokratischen Strukturen der 1920er Jahre sind, so stehen wir doch auch heute vor der Frage, welchen Weg unsere Gesellschaft und damit unser Land in diesem Jahrzehnt nimmt. Jene, die ein anderes Deutschland, ein braunes Land wollen, die marschieren mit und ohne schwarze Stiefel durch unsere Dörfer und Städte. Es ist Aufgabe von uns allen, die Straßen und Plätze unseres Landes zu füllen, um für ein freies und offenes Miteinander, für Jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung ein- und aufzustehen. Und wir stehen als Deutsche ganz besonders in der Verantwortung, gegenüber Israel und den Menschen dort unsere Solidarität zu zeigen und zu leben. Das ist die Verantwortung, die sich aus dem Gedenken an die Opfer der Schoah ableitet. Wir brauchen eine neue Handlungskultur in unserem Land. Es geht nicht darum, alleine Kränze niederzulegen, wir müssen Bäume Jüdischen Lebens in Deutschland und in Europa pflanzen. “, so DIG Präsident Uwe Becker abschließend.

Berlin, 23. Januar 2020